Fotos mit Lightroom auf dem Smartphone bearbeiten – 6 Grundschritte

Bildbearbeitung mit Lightroom auf dem Smartphone

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Erst durch die Bildbearbeitung werden Fotos so richtig rund und schön. Das geht für mich am besten auf dem Smartphone mit der Lightroom-App. Hier zeige ich dir 6 Grundschritte, mit denen du die Belichtung, die Farben, den Bildausschnitt und die Schärfe verbesserst. Für diese Basics benötigst du nur die kostenlose Version für dein Android- oder iOS-Smartphone.



Mit Lightroom für Smartphone im RAW-Format fotografieren

Schritt 01

Fotografiere RAW

Für höchste Bildqualität fotografiere am besten mit der Lightroom-App im RAW-Format DNG. Auf einem RAW-Foto werden ähnlich wie bei einem Negativ alle Bilddaten als Rohmaterialien gespeichert, die der Bildsensor aufgenommen hat. Mit einer JPG-Datei erhältst du nur eine komprimierte Version deines Fotos. Ein JPG hat wenig Bildinformationen und ein DNG viele. Je mehr du zur Verfügung hast, desto mehr Spielraum bleibt dir in der Bildbearbeitung. Wenn du Änderungen an einer DNG-Datei vornimmst, wirkt sich das weniger auf die Qualität deines Bildes aus. Ein großer Vorteil ist, dass deine Bilder noch nicht vorgeschärft sind und du selbst die Schärfe bestimmen kannst. Tippe auf das Kamera-Icon unten rechts und auf JPG oben in der Mitte. Wähle dann DNG aus. Du kannst weiterhin im Modus „Automatisch” fotografieren oder in einen anderen wechseln. Der Modus ist unabhängig vom Datei-Format. Plane ein, dass RAW-Dateien deutlich mehr Speicherplatz einnehmen als JPGs.



In der Bildbearbeitung mit Lightroom für Smartphone ein Preset auswählen

Schritt 2

Wähle ein Preset aus

Presets (Vorgaben) sind Filter, mit denen du die Farben und Kontraste in deinen Fotos enorm aufwertest und einen einheitlichen Bildlook definierst. Statt jedes Mal wieder neu an den Farben herumzudrehen, tippst du einmal auf das Preset deiner Wahl und dein Bild ist schon fast fertig. Wähle ein Bild aus, wechsel in das Modul „Bearbeiten“ und tippe auf das Werkzeug „Vorgaben“. Dort findest du unter der Rubrik „Creative“ ein paar gute Presets zum Ausprobieren. Du kannst auch eigene Vorlagen anlegen. Ich arbeite gerade an eigenen Presets zum Downloaden, die du in der Lightroom-App speichern und verwenden kannst. Teste Vorgaben immer an verschiedenen gut belichteten Bildern aus, um zu gucken, ob sie dir wirklich gefallen. Entscheide dich für 1 bis 3 ähnliche Vorlagen, die du immer wieder für deine Fotos verwendest.



Mit Lightroom für Smartphone einen Weißabgleich machen

Schritt3

Mache die Farben wärmer oder kälter

Mit dem Werkzeug „Farbe“ und der Einstellung „Temperatur” regelst du die Farbtemperatur. Schiebst du den Regler nach links werden die Farben kühler, da sie mehr Blau enthalten. Schiebst du den Regler nach rechts werden die Farben wärmer, da sie mehr Gelb enthalten.

Wenn die Farben ein einziges Kuddelmuddel sind und du einfach nicht die richtige Temperatur findest, mache einen Weißabgleich. Mit dieser Methode werden die Farben möglichst realistisch dargestellt. Wähle dafür das Werkzeug „Farbe“ aus, tippe auf die Pipette und ziehe den runden Kreis auf eine weiße oder graue Stelle in deinem Bild. Manchmal sind ein paar Versuche notwendig, bis du wirklich auf einen guten Referenzpunkt gestoßen bist. Wenn du zufrieden bist, tippe auf das Häkchen.



Die Belichtung mit Lightroom für Smartphone optimieren

Schritt 4

Optimiere die Belichtung

Überprüfe, ob es zu helle oder zu dunkle Bereiche in deinem Bild gibt, in denen Details verloren gegangen sind. Wie zum Beispiel die Wolken am Himmel oder die Struktur einer Wand, die durch einen Schatten überlagert wird. Helle die zu dunklen Stellen auf, indem du die Regler „Tiefe” und „Schwarz” nach rechts verschiebst. Dunkle zu helle Bereiche mit den Reglern „Lichter” und „Weiß” ab, indem du sie nach links bewegst. Achte bei allen Einstellungen darauf, dass das Bild nicht zu sehr an Kontrast verliert und die Farben nicht zu flau werden. Wenn das ganze Bild zu hell oder zu dunkel ist, schiebe den Regler „Belichtung” nach rechts oder links. Sei vorsichtig mit dieser Einstellung, denn du verlierst möglicherweise wichtige Details, wenn du den Regler zu weit nach rechts oder links schiebst. Eine zu starke Anpassung der Belichtung kann auch zu einem Bildrauschen führen. Wichtig ist, dass die hellen Bereiche nicht zu hell (überbelichtet) und die dunklen Bereiche nicht zu dunkel (unterbelichtet) werden.



Schritt 5

Begradige und beschneide dein Bild

Mit dem Werkzeug „Zuschneiden” drehst du dein Bild, bis es gerade ausgerichtet ist. Orientiere dich dabei an den Rasterlinien. Für einen besseren Bildausschnitt, positioniere dein Motiv zum Beispiel nach der Drittel-Regel auf einem Punkt, an dem sich die Linien des Rasters kreuzen. Oder zentriere es. Mehr über die Drittel-Regel erfährst du in diesem Artikel. Schneide störende Details, die nicht zur Bildaussage beitragen am Bildrand sauber ab.

 

Premium-Werkzeug:

Du hast einen schönen Raum fotografiert, nur leider sehen die Wände schief aus, egal wie du das Bild drehst? Dann hast du es mit stürzenden Linien zu tun. Sie zielen auf einem gemeinsamen Punkt ab, obwohl sie eigentlich in echt parallel verlaufen. Über „Geometrie“ korrigierst du zum Beispiel die vertikale und horizontale Linie und die Verzerrung in deinem Bild. Für diese Einstellung brauchst du ein bisschen Geduld. Ein gute Basis ist manchmal die „Auto”-Funktion.



Foto mit Lightroom für Smartphone schärfen

Schritt 6

Schärfe dein Bild

Dieser Schritt ist besonders wichtig, wenn du im RAW-Format oder mit einem älteren Smartphone im JPG-Format fotografiert hast. Die Schärfe der neueren Handys ist meist knackig genug, wenn du den Fokus gut gesetzt hast. Zoome in dein Bild hinein und überprüfe, ob der Fokusbereich scharf genug ist. Wenn nicht, hast du mehrere Möglichkeiten, dein Bild nachträglich zu schärfen. Zum Beispiel über das Werkzeug „Details“. Taste dich langsam heran und entscheide dich im Zweifelsfall für weniger als zu viel Schärfe, um unschöne Artefakte zu vermeiden. Den Klarheits-Regler des Werkzeugs „Effekte“ verwende ich gerne zum Schärfen von Makrobildern, denn das Motiv sieht dann insgesamt knackiger aus und gewinnt an Tiefe. Manchmal reicht es auch aus, den Kontrast unter „Licht“ ein wenig zu erhöhen, bis das Bild schließlich am Ende super aussieht.



 Noch ein guter Gedanke

 

Bevor du dein Foto für die Veröffentlichung auf Instagram oder deiner Website fertig machst, lege eine Pause ein. Mit etwas Abstand und ausgeruhten Augen siehst du manchmal noch Unstimmigkeiten, die dir vorher nicht aufgefallen sind und du nun korrigieren kannst. Oder du bemerkst, dass du das Bild zu stark bearbeitet hast. Lasse das Foto noch einmal in Ruhe auf dich wirken und entscheide dann.